Landkreis Aschaffenburg

Wer versucht, den Landkreis Aschaffenburg regional einzuordnen, sieht sich im ersten Moment vor einem Problem. Von den politischen Strukturen aus betrachtet, gehört der Landkreis Aschaffenburg zum Freistaat Bayern. Wirtschaftsgeografisch dagegen muss man den Landkreis Aschaffenburg aber eindeutig dem Rhein-Main-Gebiet zuordnen.

Mit diesem Zwiespalt haben sich seine Bewohner aber aufs Beste abgefunden: Einerseits ist der Landkreis Aschaffenburg Teil eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Europas, andererseits bietet er durch seine geografischen Bedingungen ein hohes Maß an Lebens- und Freizeitqualität.
 
Der Landreis Aschaffenburg besitzt eine ausgeprägte Wirtschaftsstruktur mit hoher Leistungskraft. Im Vergleich zu vielen anderen Gebieten hat die produzierende Wirtschaft auch heute noch einen hohen Stellenwert. Viele Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich haben hier ihre Heimat gefunden. In jüngster Zeit haben darüber hinaus Logistikunternehmen die zentrale Lage entdeckt und schätzen gelernt. Ob Autobahnen, Schienen, Flughäfen oder Wasserstraßen, der Landkreis Aschaffenburg kann damit dienen.

Die wichtigste Verkehrsader für den Landkreis ist die Autobahn A 3 (Frankfurt – Würzburg). Aber auch die Bahn mit dem ICE-Halt Aschaffenburg sorgt für eine gute Anbindung ins deutsche und europäische Schienennetz. Von ganz besonderer Bedeutung ist aber auch der Flughafen Frankfurt, der für den deutschen und den internationalen Luftverkehr eines der wichtigsten Luftfahrt-Drehscheiben in Europa ist und über die Autobahn A 3 direkt mit dem Landkreis Aschaffenburg verbunden ist. Kleinere Geschäftsflugzeuge ziehen dagegen den Verkehrslandeplatz Aschaffenburg in Großostheim vor.

Zusammen mit seinen 32 Kommunen hat der Landkreis Aschaffenburg für eine ausreichende Ausweisung von Gewerbe- und Industriegebieten gesorgt. Dadurch bestehen auch in Zukunft optimale Möglichkeiten der Gewerbeansiedlung. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die Gewerbeparks wie zum Beispiel der Industrie- und Handelspark in Großostheim, der Gewerbeflächen für nahezu alle Zwecke anbieten. Mieten statt kaufen – für viele Unternehmen heute oft die bevorzugte Lösung.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche weltweit agierende Firmen im Landkreis ihre Zentrale für Deutschland und Europa eingerichtet. So haben im Landkreis die Zentralen von Nintendo, einem der größten Konsolen- und Videospielhersteller der Welt und von Singulus, einem der führenden Hersteller von DVD- und CD-Fertigungsanlagen, ihren Platz gefunden.
Neben der Großindustrie haben sich zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe im Landkreis niedergelassen. Die Wirtschaftsstruktur wird heute durch eine Vielzahl mittelständischer und kleinerer Betriebe geprägt, die durch eine hohe Flexibilität schnell auf Veränderungen am Markt reagieren können. Die mittelständische Struktur und der breite Branchen-Mix vermindern die Anfälligkeit für Konjunkturkrisen. Der Schwerpunkt des leistungsfähigen Handwerks liegt im Bereich Metall.

War der Landkreis Aschaffenburg früher in erster Linie eine Bekleidungsregion, haben sich im Lauf der Zeit Auto-Zulieferindustrie, Maschinenbau und Chemie dazu gesellt. Das Rückgrat der regionalen Wirtschaftsstruktur bildet eine starke Industrie, wenngleich nicht übersehen werden kann, dass Dienstleistungssektor immer stärker wird.
In der Wirtschaftsstruktur ist eine Zweiteilung des Landkreises nicht zu übersehen. Die Gemeinden im Maintal und entlang der Autobahn A 3 sind infrastrukturbedingt die Schwerpunkte von Industrie und Handel.

Im Spessart hat dagegen das Gastgewerbe eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier vollzieht sich momentan ein maßgeblicher Wechsel: Der Spessart passt sein Angebot den geänderten Urlaubsgewohnheiten der Bundesbürger an: Naherholungssuchende, vor allem Radler und Wanderer, werden als neue Zielgruppe verstärkt angesprochen. Mit einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands bietet der Spessart gerade für die Tagesausflügler aus dem Rhein-Main-Gebiet ein Naherholungsgebiet erster Güte. Aus dieser Situation hat sich eine leistungsfähige Gastronomie entwickelt, die sich mit Qualität und moderaten Preisen einen guten Namen gemacht hat.

Obwohl es in der Region keine staatliche Wirtschaftsförderung gibt, zeigen die Gewerbeansiedlungen der letzten Jahre, dass der Landkreis Aschaffenburg und mit ihm der gesamte Bayerische Untermain nach wie vor attraktiv für Investoren ist. Ein Wirtschafts-Netzwerk bemüht sich, die Standortvorteile deutlich zu machen und ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen. Ein wesentlicher Schritt dabei war die Gründung der ZENTEC, an der der Landkreis Aschaffenburg als einer der Hauptgesellschafter beteiligt ist.

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