Forschungs- und Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheitstechnik


 

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer übergibt Förderbescheid  für den „Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheit“ der Region Bayerischer Untermain an das Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation GmbH – ZENTEC, Großwallstadt 

Für das neue Projekt „Forschungs- und Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheitstechnik“ übergab Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer am 29. März 2006 bei der ZENTEC GmbH in Großwallstadt, den Förderbescheid der Regierung von Unterfranken. Die Fördermittel in Höhe von insgesamt 120.000€ bei zuwendungsfähigen Kosten von 240.000€ stammen aus dem Regionalkonzept Unterfranken der High-Tech-Offensive, Bayern. Der Fördersatz beträgt damit 50%.

„Das Projekt Forschungs- und Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheitstechnik bringt erstmalig Automobilzulieferer, die im Wettbewerb miteinander stehen, zu gemeinsamen Projekten zusammen. Es ist ein weiteres Beispiel für die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft in Unterfranken, aber auch dafür, dass durch Kooperation von Wirtschaftsunternehmen zukunftsweisende Innovationen und Visionen angegangen werden können. Das Projekt trägt damit zu einer weiteren Stärkung und Profilierung Unterfrankens als eine der führenden High-Tech-Regionen bei“, so der Regierungspräsident.

Das Projekt umfasst die Koordination von zunächst zwei Teilprojekten; zum einen wird ein gemeinsames Testfahrzeug mit neuester Sicherheitstechnik ausgerüstet (Teilprojekt Car2x), zum anderen soll der Boden für eine reale Pilot- und Testregion bereitet werden (Teilprojekt PATRIAS), in der Automobilhersteller und Zulieferer schnell und effizient Sicherheitstechnologien erproben und zur Serienreife bringen können. Die Kosten für die Projekte selbst werden durch erhebliche Eigenleistungen der Industrie, die nur zu einem ganz geringen Teil bezuschusst werden, erbracht. Partner im Kooperationsverbund sind die

• ACTS GmbH & Co.KG, Sailauf
• Continental Teves AG & Co. oHG, Frankfurt
• EASi Engineering GmbH, Alzenau
• Magna Donnelly GmbH & Co. KG, Dorfprozelten
• Siemens Restraint Systems GmbH, Alzenau
• TAKATA-PETRI AG, Aschaffenburg
• TRW Automotive Safety Systems GmbH, Aschaffenburg
• Wagon Automotive GmbH, Waldaschaff
• Fachhochschule Aschaffenburg
• IHK Aschaffenburg
• Stadt Aschaffenburg
• ZENTEC GmbH

Daran, dass auch Continental Teves aus Frankfurt sowie Siemens VDO (über Siemens Restraint Systems) aus dem benachbarten Hessen aktiv an dem Projekt mitwirken, ist zu sehen, wie pragmatisch auch länderübergreifend gearbeitet werden kann, wenn das Ziel richtig gewählt ist und wenn die Chemie stimmt.

Die für die Arbeiten an dem Projekt "Forschungs- und Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheit" benötigten finanziellen Mittel werden zusätzlich zu den Mitteln von der Regierung von Unterfranken von dem Landkreis Aschaffenburg, dem Landkreis Miltenberg, der Stadt Aschaffenburg sowie den Sparkassen und Raiffeisenbanken und Volksbanken der Region Bayerischer Untermain, der Standortgemeinde Großwallstadt sowie der ZENTEC bereit gestellt. Den weitaus größten Teil nehmen die Leistungen der Partner des Kooperationsverbundes Fahrzeugsicherheit ein.


Informationen zu den einzelnen Projekten
Teilprojekt Car2x
Car2x ist ein Synonym für all die Situationen, in denen ein Auto – Car – mit irgendeinem anderen Verkehrsteilnehmer – x – kommuniziert. Der Fahrer kann dadurch profitieren, dass ihn das Fahrzeug warnt, wenn er Verkehrsübertretungen begeht, wenn Unfallgefahr mit anderen Autos entsteht oder wenn ungeschützte Personen wie Fußgänger, Kinder oder Fahrradfahrer vor ihm auf die Straße treten. Wenn die Visionen, die derzeit in der Automobilindustrie als Leitvisionen diskutiert werden, Wirklichkeit werden, so steht am Ende ein hochsicherer Straßenverkehr ohne Todesfälle oder Verletzungen.  Mit dem Projekt Car2x werden die Kompetenzen der Wirtschaft sichtbar gemacht und zu neuen Produkten und Systemen weitergeführt.

Teilprojekt PATRIAS - Pilot and Test Region for Innovative Automotive Safety
Wenn Autos mit Autos, Autos mit der Verkehrsumgebung und Autos mit bewegten Objekten und sich bewegenden Personen kommunizieren, so müssen diese hochgradig vernetzten Systeme gründlich erprobt und getestet werden. Gegenstand des Teilprojekts PATRIAS ist, Automobilkonzerne und Automobilzulieferer dafür zu begeistern, ein reales Testumfeld in der Region Bayerischer Untermain aufzubauen und zu betreiben. Dieses Konzept stellt die Basis, um schnell und flexibel neueste Technologien verbauen zu können, so dass diese im realen Verkehrsgeschehen zum Einsatz kommen können und die Bevölkerung bereits sehr früh von einem hochsicheren Straßenverkehr profitieren kann.

Das Regionalkonzept, High-Tech-Offensive Bayern
Mit den Regionalkonzepten, der regionalen Säule der High-Tech-Offensive der Bayerischen Staatsregierung, sollte jeder Regierungsbezirk seine Kräfte mobilisieren und im Rahmen eines mit Wirtschaft und Wissenschaft sowie den Kommunen und Landkreisen abgestimmten Konzeptes sein Technologieprofil weiterentwickeln. Hierfür standen ursprünglich für jeden Regierungsbezirk rund 25,5 Millionen € aus den Erlösen des Verkaufs von VIAG-Aktien des Freistaates Bayern zur Verfügung. Mit dem vorgenannten Projekt konnten aus Restmitteln nunmehr in Unterfranken insgesamt 57 Projekte angestoßen bzw. realisiert werden. Im Bereich Bayerischer Untermain (Stadt und Landkreis Aschaffenburg und Landkreis Miltenberg) wurden insgesamt 10 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 11,1 Millionen € mit rund 5,6 Millionen € gefördert.